Verrückt nach Mary
Kapitel 1
„Frühstück!“, schrie Piper durchs Haus. Schnell kam Leo mit Wyatt und Chris nach unten gelaufen. „Los Beeilung, wir müssen los!“ Heute hatte Wyatt einen großen Auftritt. Er sollte mit anderen Kindern in der Zauberschule das Theaterstück „Der Zauberer und die Schöne“ spielen. Und er war der Zauberer. Piper freute sich schon riesig, ihren kleinen Jungen auf der Bühne zu sehen. Auch Paige und Phoebe hatten versprochen zu kommen. Wyatt war schon total aufgeregt. „Da setzt euch an den Tisch, die Brötchen kommen gleich!“, sagte Piper. „Ja Piper, bleib ruhig. Wir werden es schon schaffen! Wir sind in Null Komma Nichts in der Zauberschule.“, beruhigte Leo Piper. „Aber ich bin immer lieber 10 Minuten früher da!“ Dann frühstückten die vier und beamten sich danach in die Zauberschule.
„Tschüß Mary, wir gehen!“, sagte Paige zu Mary. „Ja, machts gut, wünscht Wyatt viel Glück von mir.“ „Machen wir!“, sagte Henry. Dann nahm Paige Henry bei der Hand und beamte sich mit ihm weg. Mandy und Klein Mary folgten ihnen, sie konnten schließlich alleine beamen. Dann stand die große Mary alleine im Haus. Sie wollte heute ein bisschen im Buch der Schatten blättern und so beamte sie sich in das Halliwell Manor und schlug das Buch auf.
Als Paige, Henry und die Mädchen angebeamt kamen, standen Phoebe, Coop, Piper, Leo und Chris schon bereit und warteten. „Da seid ihr ja endlich.“, sagte Leo. „Wo ist Wyatt?“, fragte Phoebe ihn. „Der ist noch mal mit den anderen das Stück proben gegangen.“ „Und ist er aufgeregt?“ „Ja und wie, Paige.“, sagte Piper und dann gingen sie in den Theatersaal. Sie hatten Karten für die erste Reihe. Schnell setzten sie sich hin und dann ging es auch bald los.
Mary blätterte ein wenig im Buch. Sie wollte mal nachschauen, ob sie einen Spruch findet, der sie und ihren Freund wieder zusammenbringt. Er hatte sich nämlich vor kurzem von ihr getrennt, weil er es nicht verkraften konnte dass sie eine Hexe ist. Also stöberte sie weiter im Buch und blieb dann stehen. „Das sieht doch interessant aus.“ Sie schloss die Augen und begann zu sprechen.
Im anderen Glanz sollen mich die Männer sehen,
sich nach mir den Kopf verdreh’n.
Alle sollen sie mich begehren,
sich nicht gegen ihre Gefühle wehren.
Sie öffnete wieder die Augen. Alles schien wie sonst. Ihr kam nichts anders vor. „Na, es kann ja nicht alles klappen…“
Kapitel 2
Wyatt stand wie ein großer auf der Bühne. Es schien so, als hätte er gar kein Lampenfieber. Immer wieder schaute er zwischendurch zu seiner Mum, die ihm dann immer zulächelte. Er machte sich großartig auf der Bühne und Leo zeichnete alles mit der Videokamera auf. „Ist er nicht süß!“, flüsterte Paige zu Henry. „Ja ist er!“, flüsterte er zurück. Dann plötzlich tauchte ein Dämon auf der Bühne der Zauberschule auf. „Hallo! Jetzt werden wir das Theaterstück mal ein wenig aufmischen!“, sagte er. Dann machte er eine Handbewegung und überall erschien Feuer auf der Bühne. „Also langsam nerven mich diese ständigen Dämonenangriffe.“, sagte Piper. Sie rannten alle auf die Bühne und stellten sich dem Dämon gegenüber. Überall um sie herum brach Panik aus. Alle Kinder rannten herunter von der Bühne und die Eltern nahmen sie entgegen. Überall sah man Familien wegorben und überall rannten die Eltern mit ihren Kindern aus den Notausgängen. „Na, hab ich euch den Tag versaut?“, sagte der Dämon gehässig. „Und wie!“, antwortete Paige.
Es klingelte an der Tür des Halliwell Manors. Schnell rannte Mary die Treppen herunter und öffnete einem gutaussehenden Typen. „Hi, wer bist du denn?“, fragte Mary. „Ich bin John, ich habe dich gestern im P3 gesehen und konnte dich nicht wieder vergessen.“, sagte John. „Willst du vielleicht hereinkommen?“ „Klar!“ Mary bat John herein und sie setzten sich auf die Couch. „Darf ich fragen wie du heißt, Schöne?“ „Schöne?“ Sie grinste. „Ich heiße Mary.“ Mary überlegte wie sie zu diesem Typen kam und ihr fiel der Zauber von vorhin wieder ein. „Super!“ „Super? Was ist super?“ „Schon okay…“
Piper hob die Hände und versuchte den Dämon zu sprengen, doch es klappte nicht. „Ha, ihr könnt mich nicht vernichten, Elias ist unbesiegbar.“ „Werden wir sehen!“, sagte Paige trocken. Sie orbte einen Stuhl zu sich und schleuderte ihn zum Dämon. Der wurde vom Stuhl getroffen und flog im hohen Bogen gegen die Wand. „Jetzt!“, schrie Paige und die Mächtigen Drei fassten sich an den Händen.
Die Macht von Dreien,
kann keiner entzweien.
Immer wieder wiederholten sie diese Worte, bis Elias endlich in Flammen aufging und er verpuffte. Nur ein wenig Staub war noch von ihm übrig. „Von wegen unbesiegbar.“, sagte Paige gehässig. „Ja, aber das Theaterstück ist gesprengt.“ „Aber ich denke, sie werden einen neuen Termin machen, Phoebe.“, sagte Piper und dann beamten sie alle zurück nach Hause.
Mary und John küssten sich gerade, als Piper, Leo, Chris und Wyatt im Wohnzimmer materialisierten. „Ähm… Hallo Mary!“, sagte Piper. „Oh, Piper… Entschuldigung. Wir werden gehen!“ Mary nahm John bei der Hand und sie verschwanden durch die Haustür. „Wie schafft sie das nur? Sie ist gerade mal 4 Tage da und hat schon einen Lover.“ „Tja, ich weiß nicht.“, sagte Leo zu seiner Frau und dann ließ er sich auf die Couch fallen.
Mary und John gingen den Fußgängerweg entlang. Immer wieder kamen Männer an ihnen vorbei und schauten Mary hinterher. „Du bist wohl sehr begehrenswert.“, sagte John. „Also eigentlich… nicht. Sonst interessieren sich die meisten Männer nicht für mich!“, antwortete Mary und schaute sich um. Von überall schauten Männer sie an. 8 Männer in einem Cafè verdrehten sich fast den Kopf, nur um Mary eine Sekunde länger zu sehen. Ihr kam das unheimlich vor und sie dachte sich, dass bei dem Zauber wohl was schief gegangen war.
Kapitel 3
Am Abend saß Mary in Paiges Haus vor dem Fernseher. Paige, Henry und die Kinder waren schon im Bett, als es plötzlich an der Tür klingelte. Sofort ging sie und öffnete. Der ganze Vorgarten war voll von Männern. Mit Rosen oder Pralinen bewaffnet, redeten alle durcheinander. Mary verstand zwar nicht viel, aber genau so viel, dass sie hörte, dass die Männer wohl mit ihr ausgehen wollten. Aber das konnte Mary nicht. Sie konnte ja nicht mit 50 Männern an einem Abend ausgehen. Also knallte sie die Tür wieder zu. „Da ist wohl ordentlich was schief gelaufen!“ „Was ist schief gelaufen?“, hörte Mary eine Stimme sagen. Paige war gerade die Treppe heruntergekommen. „Nichts, nichts!“ „Was ist denn da für ein Lärm draußen?“ „Ähm… das sind Männer!“ „Und was wollen die hier, Mary?“, fragte Paige verwirrt und setzte sich auf einen Stuhl. Mary sagte kein Wort, weil sie sich eine Ausrede einfallen ließ, aber Paige fiel nicht darauf rein. „Sag schon! War es ein Zauber? „Ja okay… Es war so eine Art Attraktivitätszauber. Tut mir leid, ich wusste auch nicht, dass er so wirkt.“ Paige schob eine Gardine zur Seite und sah die Massen von Männern im Vorgarten. „Die können hier aber nicht bleiben, ich will schlafen!“ Plötzlich rannte ein Mann gegen die Tür. „Sie versuchen ins Haus zu kommen!“ „Sehe ich! Wir müssen das verhindern!“ Die Männer zerstörten die Tür und stürmten ins Haus. „Da ist sie!“, schrie einer der Männer. Sie stürmten auf Mary zu.
„Schau mal, Paiges Haus ist im Fernsehen!“, sagte Piper zu Leo, als sie gerade durch die Kanäle schaltete. „Was, Paiges Haus?“ „Ja, sie berichten da über… die begehrteste Junggesellin der Stadt. Mary Mitchell.“ „Mary? Was? Hä?“, Leo war verwirrt. „Oh weiha… Ganz viele Männer stürmen in ihr Haus. Wir müssen ihnen helfen!” Da Paige und Henry nur ein paar Minuten von ihnen entfernt wohnten, sind Piper und Leo schnell an ihrem Haus angekommen. Auch sie gingen rein. Das ganze Haus war schon von unzähligen Männern gefüllt. Paige, Mary, Henry und die Mädchen hatten sich auf den Dachboden gerettet und versuchten gerade einen Rückzauber zu schreiben… Plötzlich knackten die Typen die Dachbodentür und stürmten auf den Dachboden. „Ganz toll, Mary! Toll gemacht!“, sagte Henry. „Es tut mir doch leid!“ Die Männer stürmten auf Mary zu packten sie an den Armen. „Hey lasst sie in Ruhe!“, schrie Paige. Ein Mann ging mit einem Messer auf sie los. Henry wollte seine Frau retten und warf sich dazwischen. Der Mann stach ihm mit dem Messer in den Bauch. „Henry, nein!“, Paige kamen die Tränen. Aber der Mann ging auch auf Paige los und stach ihr ebenfalls in den Bauch. „Mum, Dad!“, die beiden kleinen Mädchen rannten zu ihren Eltern und setzten sich neben sie. Ihnen kamen die Tränen. Die Männer griffen die große Mary an den Armen und zerrten sie weg. „Hey!“, schrie Piper, als sie den Dachboden betrat. „Da, Paige und Henry!“, schrie Leo und kniete sich neben ihnen hin. Er begann sie zu heilen. Die Männer hatten derweil das Haus verlassen, mit Mary.
Kapitel 4
Leo heilte Paige und Henry fertig und dann standen sie ohne Mary auf dem Dachboden, mit einer kaputten Tür. „Was hat sie da bloß gemacht?“, fragte sich Paige. „Die Frage ist, was die jetzt mit ihr machen!“, warf Piper in die Runde. „Lass uns lieber nicht daran denken!“, begann Henry. „Dichtet lieber einen Rückzauber.“ „Das ist nicht so einfach. Wir brauchen den Zauber, den sie benutzt hat!“ „Dann schauen wir ins Buch der Schatten.“ Sie beamten ins Halliwell Manor und schlugen das Buch der Schatten auf. Wie von Geisterhand blätterte das Buch von alleine um und der Spruch, den Mary benutzt hatte, erschien auf einer Seite. „Okay, dann mal ran ans dichten!“ Dann kommt Paige der zündende Gedanke.
Bedroht von denen, die sie lieben sollten,
sie schließen sich zusammen in bedrohlichen Revolten.
Den Zauber nehmen wir hiermit zurück,
und finden soll sie das wahre Glück.
„Und hats geklappt?“, fragte Paige. „Keine Ahnung, wir wissen ja nicht, wo sie sind.“ Plötzlich hören sie, dass unten die Tür aufgeht. Schnell gehen sie runter. Mary steht in der Tür. „Danke!“, schnauft sie. Sie sieht ganz zerzaust aus. „Was haben sie mit dir gemacht?“, fragte sie Paige. „Sie haben mich in ein Restaurant um die Ecke geschleppt.“ „Und konnten sich die Typen an irgendetwas davon erinnern?“ „Ne, sie dachten, da gabs was umsonst oder so.“ „Na dann ist ja gut.“
Am nächsten Tag wollten sie Mary zurück in ihre Zeit schicken. Alle standen auf dem Dachboden und verabschiedeten sich, während Leo das Triquetrazeichen, das die Macht der Drei repräsentiert, an die Wand malte. „Wir werden dich vermissen!“, sagte Paige, während sie ihre Tochter umarmte. „Ich euch auch!“, antwortete Mary. „So, wir sind bereit.“, sagte Piper, die gerade den Spruch fertig geschrieben hatte. „Na dann los.“ Mary stellte sich vor das Triquetra und wartete darauf, dass es losgeht. Piper, Paige und Phoebe stellten sich hinter sie, fassten sich an den Händen und begannen zu sprechen.
Aus der Zukunft warst du gekommen,
warst aus deiner Zeit genommen,
Geschickt wirst du jetzt dorthin zurück,
suche dort nach deinem Glück.
Das Triquetra begann zu leuchten und ein Portal öffnete sich. Mary ging hinein und das Portal verschwand. „Hmm… sie war wirklich nett!“, sagte Piper. Doch plötzlich öffnete sich das Portal wieder und Mary wurde wieder herausgeschleudert. „Was war das denn?“, fragte Leo. „Ich bin wieder zurückgeschleudert worden!“ „Das haben wir auch gesehen, aber warum?“ „Wahrscheinlich habe ich hier noch eine Aufgabe, die noch nicht erledigt ist!“ „Na dann, willkommen zurück!“, sagte Piper und umarmte ihre Nichte.